~/gedichte.md
Gedichte
Auswahl
(2025)
Erst hast du uns den warmen Tag verliehen
In wolkenlosem Blau ganz eingetaucht,
Als hättest du dein weißes Zelt eröffnet,
Das Licht in ferne Himmelsbahnen staucht:
Das gleißt nun hart auf flimmerndes Gestade
Von einem hellen Duft schmerzlich behaucht.
Nun ist dein tosendes Gesicht verbraucht,
Ergraut dein ewig unbenanntes Stieben.
Und ungerührt verschließt du deine Gnade,
In der wir, hohle Träume haschend, trieben.
Nur Möwen weben müde klagend Kreise
An diesem Ort der Wehmut, die wir lieben.
(2024)
nähm ich all meine regenasphalttage
zusammen in der kuhle meiner hand,
hätt ich ein herbstlaubgolddurchweichtes leben
auf einem pilzduftnieselpfad am waldesrand.
(2015)
Zwischen Sonnenaufgängen
hängen Träume aus Gischt,
Fäden, Säume,
ragen nachtdunstige
Schattenschluchten
hoch ins Licht.
frühe (2012)
Veröffentlicht in Ausgewählte Werke XVIII (Realis, 2015).
morgenrot das blut
das steigt in himmelssphären
das legt mir bernsteintränen
auf mein kinn
und weich errauscht
die stahlstadt
glatt wie rauch
klammleise betautes fensterglas
vorgewitterregenasphaltduftige
sommerstraßenschläfrigkeit
in der früh atmet sie leise
kellertreppen hinterhöfe
flüchtet die nacht
verkehrslärm spielt auf
zum matten tanz
Hinweis
Bitte frag mich um Erlaubnis, bevor du eins meiner Gedichte irgendwie verwendest oder weiterverbreitest.